• Manuel

Anleitung für einen Kurztrip nach Dubai


Aufenthaltsdauer: Mindestens 3-4 Tage

Stopps: JBR | Marina | Wüstensafari | Deira | The Palm | Madinat Jumeirah




Inhalt:


Ankommen und Orientieren

Übernachten

Rumkommen

Der nördliche Teil

Der Teil rund um die Palmeninsel

Außerhalb der Stadt

Essen & Snacken

Shoppen





Kurzvorstellung Dubai
Dubai ist die Hauptstadt des gleichnamigen Emirates, welches zu den sieben Vereinigten Emiraten gehört, und liegt direkt am Persischen Golf. Die Stadt hat ungefähr 3,5 Mio Einwohner. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1971 hat sich Dubai zu einer Weltmetropole mit unzähligen (Luxus-)Hotels und Hochhäusern gewandelt. Das Ziel der Herrscherfamilie ist es, die Stadt langfristig als Touristen- und Geschäftsmetropole in Vorderasien auszubauen, um sich vom Öl unabhängig zu machen. Im Gegensatz zum eher kulturell Ausgerichteten Abu Dhabi heißt in Dubai die Devise: höher, schneller, luxuriöser und weiter.

Sicht zum Sonnenaufgang vom Burj Khalifa



Ankommen und Orientieren:


Man könnte sagen, Dubai ist der geografische Nabel der Welt. Perfekt zwischen allen Kontinenten gelegen, erreicht man den Mega-Airport "DXB" nicht nur mit der nationalen Fluggesellschaft der VAE sondern auch mit fast allen anderen internationalen Airlines. Neben einem Urlaub bietet sich Dubai auch für einen kurzen Zwischenstopp an.


Der Flughafen ist schön und neu, dennoch kann die Einreise mal länger dauern (vor allem wenn man nicht mit der National-Airline ankommt; ein Schelm wer böses dabei denkt). Dafür warten dann in der Regel auch schon die Koffer am Kofferband auf einen.



Je nach Lage der Unterkunft gibt es diverse Optionen vom Flughafen weg zu kommen: Taxis sind sicher, schnell und nicht teuer weshalb ich diese Option vor allem bei späten Ankünften vorziehe. Eine weitere schnelle Alternative ist Uber. Die Abholzonen am Flughafen sind auf der Website von Uber zu finden. Wer lieber mit der Bahn fahren möchte, kann die Metro (rote Linie, Haltestelle Terminal 1 und 3) nehmen. Die Metro fährt parallel zur Sheikh Zayed Road bis in das südliche Industrieviertel von Dubai. Natürlich kann man auch erst mit der Metro fahren und anschließend für die letzten Meter ein Taxi nehmen. Insgesamt ist Dubai sehr sicher, nur für Fußgänger ist es nicht gemacht. Es gibt keine Bürgersteige, dafür jedoch drei- bis siebenspurig ausgebaute Schnellstraßen ohne Ende. So werden selbst wenige hundert Meter zu Fuß unüberwindbar.




Dubai ist groß, Dubai hat keinen Stadtkern und keine Einkaufsstraße, wie man es von anderen Großstädten kennt. Dafür gibt es in Dubai diverse Shopping-Malls und die Sehenswürdigkeiten sind über die ganze Metropole verteilt. Es lohnt sich also Plan zu machen, bevor man viel Zeit im Taxi oder in der Metro verbringt.


Ich unterteile Dubai dafür immer in vier Teile (von Nord nach Süd):

  • Der Norden = Älterer Teil mit Museen und Kultur, dem Flughafen, dem Dubai Frame und dem Burj Kalifa / der Dubai Mall

  • Der mittlere Teil = Unternehmenssitze und Wohngegenden

  • "Rund um die Palmeninsel" = Neuerer Teil mit Stränden, dem Burj al Arab, der Marina und der "Mall of The Emirates"

  • Der Süden = Industrieviertel





Übernachten:


Je nach Geschmack oder Aufenthaltsdauer empfehle ich entweder südlich vom Flughafen oder den Teil in der Nähe von "The Palm" zu übernachten.


Mein Lieblingshotel in der Nähe des Flughafens ist das "Grand Hyatt Dubai" mit seiner riesigen Pool-Landschaft, einem schönen Garten und einer beeindruckenden Lounge. Die Zimmer sind sehr groß und luxuriös.



Wer mit kleinerem Budget reist und in der Nähe des Flughafens bleiben will, kann im "Pullman Dubai Creek City Centre"übernachten. Das Hotel befindet sich innerhalb der Deira City Centre Einkaufsmall, in der einige Restaurants und Geschäfte zu finden sind. Außerdem ist es von hier nicht weit zum Souk.


Für alle, die länger in Dubai bleiben und an den Strand wollen, bietet sich ein Hotel am JBR Beach weiter im Süden an. Neben den Stränden vor der Hoteltür sind hier auch diverse Restaurants an der Strandpromenade zu Fuß erreichbar. Die unmittelbar angrenzende Dubai Marina lädt ebenfalls zum Spazierengehen und zum Essen ein. Ich habe in den beiden Hilton Hotels übernachtet. Das "Hilton Dubai Jumeirah" und das "Hilton Dubai The Walk" sind über eine Brücke miteinander verbunden und teilen sich den Strand und den Pool mit integrierter Bar.




Rumkommen:


Der Nördliche Teil:


Spice & Gold Souk | Heritage Village | Museen | Dubai Frame | Burj Khalifa | Dubai Mall | Dubai Fountain

Unweit des Flughafens befindet sich "Deira" das alte Stadtviertel von Dubai, in welchem ihr die Märkte für Gewürze, Gold und Textilien findet. Natürlich wird man als Tourist auch hier ständig angequatscht, aber es ist bei weitem nicht so extrem wie beispielsweise in Marrakech. Ein Rundgang lohnt sich, vor allem, wenn man Nachschub an indischen Curry, Safran oder sonstigen Gewürzen für die heimische Küche benötigt. Aber Achtung: Das feilschen um den Preis ist nicht nur optional, es wird erwartet. Die Händler sind freundlich und mit einem Lächeln sowie guter Laune hat man hier sehr viel Spaß beim Verhandeln.


Wer nach dem ganzen Trubel des Souks ein wenig Ruhe sucht, der nimmt am besten eines der Boote und setzt für einen Dirham über den Dubai Creek über. Am südlichen Ufer befindet sich das "Heritage Village", die 1997 erbaute Nachbildung einer arabischen Siedlung sowie weitere kleine Museen und das "House of Sheikh Saeed Al Maktoum".



Auf dem Weg zum Burj Khalifa und der Dubai Mall befindet sich noch der "Dubai Frame", ein 150 Meter großes Hochhausgebilde, welches an einen Bilderrahmen erinnert. Die Brücke, welche die beiden Türme verbindet, kann für 50 AED (Stand Januar 2021 ungefähr 11 EUR) besichtigt werden. Als ich das letzte Mal in Dubai war, war der Frame noch nicht fertig. Vermutlich sieht das Gebäude jedoch von außen besser aus als die Aussicht von oben. Wenn ich das nächste Mal in Dubai bin, werde ich trotzdem mal vorbei schauen und hier ein Update geben.


Am berühmtesten in und an Dubai ist wohl der "Burj Khalifa", das mit 828 Meter höchste Bauwerk der Welt. Die Aussichtsplattform befindet sich auf ungefähr 450 Metern Höhe und bietet einen sensationellen Ausblick über die Stadt. Die Tickets zum Sonnenaufgang, die ich damals hatte, werden scheinbar nicht mehr angeboten. Ein Ticket für ca. 35 EUR lohnt sich dennoch allemal.


Direkt angrenzende zum Burj Khalifa ist die "Dubai Mall", eine Mega-Mall mit 1200 Geschäften, 120 Restaurants, einer Schlittschuhbahn, eine sich über drei Etagen erstreckendes Aquarium und die berühmten Wasserspiele des "Dubai Fountains". Ein Besuch bietet sich hier vor allem zum Sonnenuntergang an. Die Show des Springbrunnens mit wechselnder Musik und der glitzernde Burj Khalifa lassen Las Vegas ganz schön alt aussehen.




Rund um die Palmeninsel:


Burj al Arab | Madinat Jumeirah | Mall of the Emirates | The Palm | Atlantis | Aquaventure Waterpark | Dubai Marina | JBR Beach


Die Gegend im Umkreis der Palmeninsel ist ein neueres Areal mit dem Fokus auf (luxuriöse) touristische Attraktionen. Neben dem bekannten "Burj al Arab" Hotel findet man hier den "Souk Madinat". Der Souk Madinat ist in ein Hotelgelände integriert, weshalb man hier am Abend gut essen und trinken kann. Alle, die lokale Produkte kaufen wollen, denen ein "richtiger" Souk jedoch zu stressig ist, sind hier gut aufgehoben. Der Markt ist ein wunderschöner Nachbau eines traditionellen Souks mit modernen Geschäften und unaufdringlichen Verkäufern.



Wer nun noch nicht müde vom Shoppen ist, für den ist der Weg zur "Mall of the Emirates" nicht weit. Das Einkaufszentrum ist mit 400 Geschäften und 65 Restaurants kleiner als die "Dubai Mall", dafür findet man hier integriert die Skihalle "Ski Dubai". Als Europäer sicherlich ein eher verstörendes Bild und an die Energiekosten wollen wir nicht denken. Für die Einheimischen und Expats ist die Skihalle jedoch der Hit.


Ein weiteres Highlight für Touristen aus aller Welt ist die Palmeninsel und das sich darauf befindliche "Atlantis The Palm - Hotel". Allerdings sieht man vom Hotel ohne eine gültige Zimmerreservierung, relativ wenig. Ein Ausflug zum Atlantis lohnt sich nur, wenn man dem angrenzenden "Aquaventure Waterpark" einen Besuch abstattet (etwa 60 EUR). Das Highlight des Parks ist eine Rutsche, welche durch ein Haifischbecken führt. Wer möchte kann in der Dolphin Bay, gegen Einwurf von großen Scheinen, mit Delfinen schwimmen. Ob man das allerdings machen muss, sei dahin gestellt. Ein kleiner Tipp noch für den ansonsten lohnenswerten Wasserpark: Die Betreiber sind ganz groß darin, sämtliche Zusatzleistungen zu verkaufen (müssen sich sie wohl von einer Fluggesellschaft abgeschaut haben). Spinde und Handtücher muss man extra leihen. Mein persönliches Highlight - neben den unzähligen Wasserrutschen - ist der "Rapid River", ein 1,4 Kilometer langer Fluss, auf dem man sich gemütlich innerhalb von 45 Minuten einmal um den Park treiben lassen kann. Dazu ist das Wasser hier auf ein erträgliches Maß gekühlt (!), gerade im Sommer bei Lufttemperaturen jenseits der 40 Grad Celsius, eine Wohltat.




Wenn die abendlichen Temperaturen wieder auszuhalten sind, lohnt sich ein Spaziergang an der "Dubai Marina". Enttäuschenderweise liegen hier baulich bedingt keine Schiffe wie man sie sonst aus Porto Cervo, Monaco oder Cannes kennt. Dafür bieten die Hochhäuser der Marina mit dem Wasser im Vordergrund ein tolles Flair und man findet zahlreiche Restaurants auf der Promenade.



Außerhalb der Stadt:


Für ein wenig Action außerhalb der Stadt sorgen diverse Anbieter von Wüstentouren. Oftmals sind hier in eine Offroad-Tour durch die Dünen (Dune Bashing), Sandboarding, Kamelsafari (kann man machen, muss man nicht) und ein Essen in einem nachgestellten Beduinendorf inkludiert. Falls es euch beim Autofahren schnell schlecht wird, dann werden die 45 Minuten durch die Dünen eine Tortur werden. Wenn ihr nicht genug bekommt, könnt ihr optional meistens noch eine kurze Strecke mit einem Quad dazu buchen. Die Wüstentouren sind natürlich sehr touristisch und durchgetaktet, bieten jedoch einen guten Einstieg für alle, die noch nie in der Wüste waren und Lust auf ein kleines Abenteuer haben.




Falls ihr genug von Dubai habt und noch ein wenig Zeit in Abu Dhabi verbringen möchtet, lohnt sich ein Ausflug auf jeden Fall. Vor allem die Scheich-Zayid-Moschee zum Sonnenuntergang muss man einmal in Leben gesehen haben. Am günstigsten und bequemsten kommt ihr mit einem der regelmäßig verkehrenden, neuen, sauberen und klimatisierten Bussen nach Abu Dhabi. Die Busse (Line E101) fahren in Dubai von der "Ibn Battuta Bus Station" ab, direkt angeschlossen ist auch eine Metro Haltestelle. Die langweilige Fahrt dauert ungefähr 1,5 Stunden und kostet knapp 30 AED (ungefähr 7 EUR, Stand Januar 2021). Ihr könnt entweder die Metro-Karte als Ticket nutzen und im Bus entwerten oder direkt an der Busstation ein Einzelfahrschein kaufen.




Essen und Snacken:


Eines ist sicher, in Dubai muss niemand verhungern. Die typischen amerikanischen Ketten wie bspw. die "Cheescake Factory", "Shake Shack", "Chili's", "TGIF", und wie sie alle heißen findet man in den großen Shopping Malls und am JBR Beach. Rund um JBR und die Marina findet man darüberhinaus eine Vielzahl weiterer Restaurants mit Gerichten aus aller Welt und diverse Preisklassen. An der Marina kann man dazu, sofern es die Temperaturen zulassen, auch gut draußen sitzen.




Eine tolle Atmosphäre bietet am Abend auch der Souk Madinat, hier befinden sich ebenfalls einige Restaurants. Da es sich hier offiziell um ein Hotelgelände handelt, bekommt man hier im Gegensatz zu den Restaurants an der Marina, auch alkoholische Getränke. Und wenn ihr schon da seid, lohnt sich nach dem Essen ein kurzer Abstecher auf die Rooftop Bar vom "Jumeirah Beach"-Hotel. Von hier hat mein einen tollen Blick auf das "Burj al Arab". Falls euch eher nach einem Platz am Strand bei einem kleinen Snack mit alkoholfreien Drink und einer Shisha ist, bietet sich "Smokey Beach" am JBR an. Über die Sinnhaftigkeit großer Klimaanlagen im Freien lässt sich jedoch streiten.


Zum Frühstücken oder zum Snacken kann ich das "Eggspectation" am JBR empfehlen. Hier bekommt man alles vom frischen Orangensaft über Pancakes und Egg Benedict bis hin zu Omletts oder Crêpes.



Shoppen


Exkurs: Business Model Dubai

Dubai heißt ja nicht umsonst "Do buy" und die Herrscherfamilie ist sehr geschäftstüchtig. Falls ihr euch schon einmal gefragt habt, warum die Flugtickets der National-Airline im Vergleich zu anderen Anbietern wesentlich günstiger sind: Für Dubai zählt der komplette Business Case der Reisekette und nicht einzelne Silos. Wenn Touristen nach Dubai fliegen, geben sie nicht nur Geld für das Flugtickets aus, sondern auch für Hotels, Taxis, Essen, Trinken und Einkaufen. Alles fließt in die Kasse des Emirates, das sich so die Zeit nach dem Öl finanzieren möchte. Hinzu kommt, dass Einheimische und Expats auf ihre Einkünfte kaum Steuern zahlen, was Dubai zu einem interessanten Wohnungsort macht.

Dubai ist zwar mit den zahlreichen Shopping-Malls und Luxus-Geschäften ein Paradies zum Einkaufen, die Preise sind jedoch vergleichbar mit denen in Deutschland. Ein Schnäppchen wirst du also kaum machen. Dafür gibt es viele Geschäfte- und Restaurant-Marken, die man in Deutschland selten oder überhaupt nicht findet. Falls ihr euch mit Luxusgütern in Dubai eindeckt, denkt an die Zollfreigrenze bei eurer Rückkehr.


Schon immer war Dubai für den Gewürzhandel bekannt und das ist auch heute noch so: Ob Safran, Currypulver, Kardamom oder Zimt, die Auswahl an Gewürzen aus aller Welt ist überwältigend. Wer keine Lust zu handeln hat oder wem der traditionelle Gewürz-Souk zu stressig ist, der kann wunderbar in den Gewürzläden in einer der Malls oder im Souk Madinat einkaufen.




Fazit


Acht Mal war ich bislang in Dubai und wahrscheinlich werden noch ein paar Aufenthalte mehr dazukommen.. Dubai ist einfach perfekt, um dem kalten Winter für ein paar Tage zu entkommen oder als Umsteigeflughafen für Südost- und Australasien. Mit gerade einmal drei Stunden Zeitverschiebung hält sich der Jetlag ebenfalls in Grenzen. Dazu gibt es in Dubai einige US-Ketten, welche man in Europa (noch) nicht findet. Anstatt im Winter mindestens 9-12 Stunden im Flieger zu sitzen, um ins warme Florida oder Kalifornien zu kommen, lohnt es sich eher 6,5 Stunden nach Dubai zu fliegen und dort das warme Wetter zu genießen. Übrigens, ich schreibe das hier gerade am 10. Januar bei -2 Grad und bekomme große Lust jetzt sofort wieder nach Dubai zu fliegen...

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