• Manuel

Ein Wochenende in... Rom

Es ist die erste Reise unter Corona-Bedingungen. Drei Tage nachdem die Grenzen innerhalb der EU wieder geöffnet sind. Nie im Leben hätte ich gedacht, daß Reisen innerhalb der EU über Monate nicht möglich sein wird. Umso mehr freue ich mich nach drei Monaten wieder ein Flugzeug zu betreten.


Ich schaue mir seit dem 15. Juni täglich Live Webcams vom Trevi-Brunnen in Rom an, denn seit diesem Tag sind Reisen von Deutschland nach Italien wieder möglich. Es ist so leer wie nie, vor einem der größten Touristen Hotspots in Rom. Insgeheim hoffe ich, daß das noch ein paar Tage so bleibt. Rom ohne viele Menschen zu erleben wäre ein einmaliges Erlebnis...



Kurz und knapp: Intro & Allgemeines


Netto waren wir 2 Tage in Rom, besser wären mindestens drei oder vier Tage gewesen.


Die folgenden Sehenswürdigkeiten haben wir in der knappen Zeit gesehen:

Piazza Navona | Pantheon | Trevi Brunnen | Altare della Patria | Kapitolhügel inkl. Mark Aurel Reiterstatue | Via dei Fori Imperiali inkl. einen Blick auf das Forum Romanum | Kolosseum (von außen) | Vatikanische Museen | Petersdom (inkl. Kuppel) | Engelsburg | Spanische Treppe


Verpasst haben wir aufgrund der kurzen Zeit leider:

Forum Romanum und Kolosseum (von innen) | Circus Maximus | Villa Borghese | Piazza del Popolo | Vatikanische Gärten | Via Appia Antica | uvm.


In den zwei Tagen haben wir täglich rund 20 Kilometer zu Fuß zurück gelegt. Rom mag nicht groß erscheinen aber die vielen kleinen Gassen laden zum Verweilen ein. Dazu addieren sich die Strecken zwischen Kolosseum und Vatikan am Ende auf eine ordentliche Laufleistung.


Seit über 2.000 Jahren müssen die Römer mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Was damals schon funktionierte, funktioniert heute noch genauso gut. An fast jeder Ecke steht in Rom ein Trinkwasserbrunnen. Man kann das Wasser bedenkenlos trinken und seine Vorräte auffüllen. Das spart nicht nur Geld, es ist auch super für die Umwelt.


Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr kann man u.a. in den Tabakläden kaufen. Ein Ticket kostet 1,50 EUR. Damit kann man 100 Minuten Bus, Straßenbahn und Metro nutzen (auch zwischen den Verkehrsmitteln umsteigen ist erlaubt). Eine Restriktion gibt es allerdings beim Wechseln zwischen den U-Bahnen. Außer zur An- und Abreise haben wir ein einziges Mal eine Busfahrkarte genutzt, weil unsere Füße am dritten Tag schon rund waren. Ansonsten lässt sich Rom besser zu Fuß erkunden. Durch die engen Gassen mit seinen schönen Geschäften fahren die Busse sowieso nicht. Dazu empfiehlt es sich bequeme Schuhe einzupacken, die römischen Straßen bestehen zu 90% aus Kopfsteinpflaster.



Tag 1: Ankommen und erste Eindrücke


Tagesprogramm in Rom:

Piazza Navona | Pantheon | Trevi Brunnen | Altare della Patria | Kapitol | Kolosseum


Unser Flug geht morgens um 07.15 Uhr ab Frankfurt. Das bedeutet früh aufstehen. Wir nehmen die Bahn um 05.30 Uhr in Richtung Flughafen. Ab diesem Zeitpunkt, bis zur Ankunft in der Innenstadt von Rom unter Berücksichtigung von S-Bahn, Flugzeug, Regionalbahn und Straßenbahn, müssen wir die ganze Zeit die Maske tragen. Ich bin bereits an der Konstabler Wache von dem Ding genervt und frage mich, wie man das durchhalten soll. Während der Reise lerne ich jedoch, daß man sich doch irgendwie an den Mund-Nasenschutz gewöhnt.


Angekommen am Flughafen Leonardo da Vinci dauert die Fahrt bis in die Innenstadt gefühlt länger als der gesamte Flug. An einem Fahrkartenautomat im Terminal versuchen wir ein Ticket für den Leonardo Express zu bekommen. Die Menüführung auf dem Terminal ist maximal schlecht und es dauert eine Weile bis wir verstehen, daß der erste Expresszug erst in einer Stunde fährt. Wir entscheiden uns deshalb für einen früheren Bummelzug nach Trastevere. Von dort geht es mit der Straßenbahn weiter bis zu unserem Hotel.


Bis wir im Hotel eingecheckt und unsere Sachen sortiert haben ist es bereits Mittag. Wir suchen uns ein kleines Restaurant und genießen bei knapp 30 Grad unsere erste italienische Pizza und im Anschluss einen Café. Herrlich. Man fühlt sich wie Gott in Rom!


Gestärkt und noch den halben Tag vor uns machen wir uns direkt in Richtung Piazza Navona. Wir stellen schnell fest, daß die Stadt tatsächlich komplett leer ist. Nicht nur, daß wir die einzigen Gäste im Hotel sind, in der kompletten Stadt sieht man kaum Touristen. So leer habe ich die Stadt wirklich nicht erwartet.



Wir laufen nur wenige Minuten bis zum Pantheon, eines der am besten erhaltenen Bauwerke aus der Antike, welches mittlerweile eine Kirche ist. Berühmt ist die überwältigende Kuppel des Pantheons, welche 1.700 Jahre lang die größte Kuppel der Welt war (42 Meter Durchmesser). Dazu dient die Architektur als Vorlage für bspw. das Kapitol in Washington D.C. oder für den Berliner Dom.




Nach einer Stärkung in Form eines leckeren Eis (Giolitti; Adresse s.u.) machten wir uns auf den Weg zum Fontana di Trevi; Trevi-Brunnen für die Teutonen. Als wir am Parlament vorbei laufen treffen wir Matteo Renzi, der gerade aus seinem Auto aussteigt. Plötzlich finden wir uns im inneren des Personenschutzkreises wieder, wobei die Personenschützer sehr entspannt wirken. Offenbar haben sie ein geschultes Auge und erkennen uns sofort als Touristen, die gerade ihr Eis vor dem ehemaligen Ministerpräsidenten schlecken.


Ich kenne den Brunnen noch von meiner ersten Reise nach Rom im Dezember 2005. Selbst im Winter war der Brunnen damals gut besucht. Überall waren Touristen und es war recht "kuschelig". Umso mehr war ich auf die Menschenmassen gespannt, welche uns diesmal erwarten. Als wir vor dem Brunnen ankommen traue ich meinen Augen kaum. Es sind nur ca. 10 - 15 Personen vor dem Brunnen. Unfassbar. Wir können sogar Fotos ohne einen einzigen Menschen vor dem Brunnen machen. Allein dafür hat sich die Reise schon gelohnt!



Wir schlendern durch die kleinen Gassen in Richtung Altare della Patria, dem Denkmal für Vittorio Emmanuele II. Das Nationaldenkmal wurde 1927 fertiggestellt und ist dem ersten König des neuen Königreichs Italien gewidmet. Auch hier müssen wir nicht lange anstehen, genauer gesagt sind zwei Leute vor uns in der "Schlange". Es wird kurz Fieber gemessen und schon dürfen wir "rein". Das Monument ist so groß wie es von außen erscheint und man hat eine schöne Aussicht auf das Forum Romanum. Ein Besuch lohnt sich!




Direkt hinter dem Altare della Patria befindet sich der Kapitolshügel (einer der sieben Hügel Roms). Der Kapitolsplatz wurde von Michelangelo entworfen und ist perfekt symmetrisch. Auf dem Platz wiederum steht eine Kopie der Reiterstatue von Mark Aurel. Alles in allem wirklich ein sehr schöner Platz, den man aufgrund der Nähe zum Altare della Patria und dem Forum Romanum nicht auslassen sollte.




Nach einer kleinen Erfrischung und einer dringend benötigten Dusche geht es pünktlich zum Sonnenuntergang nochmal raus. Ich möchte die blaue Stunde nutzen und noch ein paar Fotos auf dem Weg zum Kolosseum schießen.





Tag 2: Kultur ohne Ende


Tagesprogramm in Rom:

Vatikanische Museen | Petersdom | Shopping | Kolosseum


Wir haben am Abend zuvor über GetYourGuide Karten für die Vatikanische Gärten, Museen und Sixtinische Kapelle gekauft. Zugegeben, die Vielzahl der Kartenoptionen bei GetYourGuide und auf der Webseite vom Vatikan sind irritierend.


Wie sich herausstellt, war es ein Fehler die Karten über GetYourGuide und nicht direkt über den Vatikan online zu kaufen. Die von GetYourGuide verkaufte Tour gibt es nämlich in dieser Form nicht mehr und die Angaben, wo wir die Tickets abholen können waren so widersprüchlich, daß uns auch die Angestellten vom Vatikan nicht helfen können. Lange Rede kurzer Sinn, wir können glücklicherweise noch direkt am Vatikan neue Karten für die Museen und die Sixtinische Kapelle kaufen. Die Tickets bei GetYourGuide konnten wir stornieren. Da das nicht unsere erste negative Erfahrung mit GetYourGuide ist, werden wir den Anbieter in Zukunft versuchen zu vermeiden.


Die Vatikanischen Museen sind riesig, man sollte viel Zeit einplanen. Wir haben gut vier Stunden dort verbracht aber bereits nach kurzer Zeit können wir die Kunstwerke nicht mehr verarbeiten. Es ist einfach zu viel auf einmal: Goldene Decken und unfassbar schöne Deckenbemalungen, ägyptische Mumien, zig Skulpturen aus der Antike, lange Gänge, etc. pp. Es wird dem Museum nicht gerecht, wenn man schnell durchgeht aber irgendwann konnte zumindest mein Hirn die Exponate nicht mehr verarbeiten.



Nach vier Stunden verlassen wir die Vatikanischen Museen und laufen weiter zum Petersplatz. Schon am Morgen konnte ich Fotos ohne viele Menschen dort machen, am Nachmittag ist jedoch auch nicht viel mehr los. Nur das schöne Wetter hat kurzzeitig eine Pause eingelegt.



Der Petersdom verlangt unseren Kunst- und Architekturzellen den letzten Rest ab. Das Hauptschiff der Basilika ist komplett leer geräumt, wodurch der Petersdom riesig erscheint. Die Kuppel ist in Wahrheit kleiner als die Kuppel des Pantheons, wirkt durch die Höhe aber dennoch größer. Innerhalb des Petersdom lassen sich unzählige Kunstwerke von Michelangelo, Bernini und anderen Künstlern bestaunen.




Am Nachmittag schlendern wir durch die kleinen, engen Gassen und unterstützen ein wenig die lokalen Einzelhändler. Der letzte Programmpunkt des Tages führt uns zum Sonnenuntergang ans Kolosseum. Die Via dei Fori Imperiali längs zu laufen ist eines meiner persönlichen Rom-Highlights. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir das Kolosseum und genießen die Farbenspiele am Gebäude und am Himmel.




Tag 3: Arrivederci Roma!

Tagesprogramm in Rom:

Kuppel vom Petersdom | Shopping | Heimflug


Es ist unser letzter (halber) Tag in Rom. Nach einem ausgiebigen Frühstück ist unser Ziel das Forum Romanum. Doch leider hätten wir die Karten hier mit mehr Vorlauf online kaufen müssen. Schade, aber so haben wir einen Grund noch einmal nach Rom zu fahren!


Anstatt das Forum Romanum zu besichtigen nutzen wir das tolle Wetter und fahren mit dem Bus erneut zum Vatikan, um dort die Kuppel vom Petersdom zu erklimmen. Die erste Etappe nehmen wir den Aufzug (10€), danach geht es steile und enge Stufen nach oben. Menschen über 2 Meter Körpergröße werden hier Schwierigkeiten bekommen. Der Ausblick belohnt aber den schweißtreibenden Aufstieg. Auch oben ist es nicht zu voll und wir können ein paar Runden um die Kuppel drehen. Nun sehen wir, wo wir die letzten zwei Tage unterwegs waren. Viele Gebäude erkennt man von oben wieder.



Unsere Reise neigt sich langsam dem Ende. Wir genießen unsere letzte Pizza, einen letzten Café und zur Belohnung ein sehr leckeres Tiramisu, holen unsere Koffer und fahren zurück zum Flughafen. Schön war es in Rom, wenn auch etwas zu kurz. Die aufgrund der knappen Zeit verpassten Sehenswürdigkeiten werden wir sicherlich noch einmal nachholen, auch wenn die Stadt dann wahrscheinlich wieder voller sein wird.


Hotel-Tipp: "Lh Royal Suites - Guest House" in der Largo Arenula, 26

Das Gästehaus "LH Royal Suites" kann ich sehr empfehlen. Sehr gute Lage, schöne Zimmer, sehr nettes Personal und absolut sauber.


Restaurant-Tipp: "Emma" in der Via del Monte della Farina, 28

Endlich eine richtige italienische Pizza, sensationeller Café und Tiramisu!


Eis-Tipp: "Giolitti" in der Via degli Uffici del Vicario, 40

Eine der besten Eisdielen in Rom! Achtung: Vor der Bestellung muss man an der Kasse zahlen!



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